Donnerstag, 23. Juli 2015

Tag 5 - Die Stadt der Kirchen und Kathedralen

Etappe 4
Bevor es heute am späten Nachmittag Richtung Killarney weiter geht, nehmen wir die (laut Einwohnern) wahre Hauptstadt Irlands Cork genauer unter die Lupe. Wir frühstücken ordentlich, packen unsere Sachen zusammen und machen uns auf in die Innenstadt. Die etwa im 6. Jahrhundert durch den Heiligen Finbarr gegründete Stadt Cork, ist mit ca. 120.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Republik Irland.
Als erstes wollen wir die Trinty Church besichtigen, eine Kirche die uns schon am Vortag im vorbeigehen aufgefallen ist. Wir treffen gerade ein, als der zuständige Pfarrer das Gebäude aufschließt. Er führt uns durch einen Nebeneingang und wir kommen von der Altarseite in die Kirche. Das Gebäude ist, wenn ich mich nicht irre, wie viele der Kirchen in Irland im gotischen Stil gehalten und bietet eine interessante Deckenkonstruktion. Vor der Trinity Church befindet sich ein kleines, zur Zeit scheinbar unbewohntes, Haus im selben Baustil, welches für die Kirchenpfleger gedacht ist. Nachdem wir uns eine Weile umgesehen haben, geht es weiter den Hügel hinauf.


Die Trinity Church

Ein Blick auf die Orgel und die Deckenbalken der Kirche

Wir kommen zum Buttermuseum von Cork. Hier schauen wir uns einen Kurzen Film über die Entwicklung und die große Bedeutung der Butterindustrie von Irland an. Hauptsächlich ist hier der Aufstieg der Marke Kerrygold zu verfolgen und wie diese in kurzer Zeit ganz Europa eroberte. Der erfolgreichste Markt für die Marke ist übrigens wohl Deutschland gewesen. Nachdem wir uns dann in dem kleinen Museum umgeschaut haben, folgt eine Livevorführung mit großer Publikumsbeteiligung, in der ein sympathischer älterer Herr die Butterherstellung auf altmodische weise zeigt. Das ganze ist unterhaltsamer als man zuerst denken mag, nicht zuletzt durch die vielen irischen Volksweisheiten, die der Mann zum Besten gibt.


Der Buttermacher

Ein Stück die Straße hinauf liegt die Saint. Anne's Church. Diese hebt sich deutlich, durch ihren eigentümlichen Turm, den Shandon Bells Tower, vom Stile der anderen Kirchen der Stadt ab. Von innen ist sie jedoch weniger spektakulär anzusehen.


Die Saint Anne's Church
mit dem Shandon Bells Tower

Nicht weit von der Saint Anne's sehen wir aber noch einen großen Turm über die Häuser ragen. Wir schlängeln uns durch zwei kurze Gassen und stehen vor einer großen Kathedrale. Dies ist die Cathedral of Saint Mary and Saint Anne. Die Kirche ist im Gegensatz zu den meisten anderen hier nicht in grauem Stein gehalten, sondern hat eine rote Fassade und auch nicht wie hier weit verbreitet ein Spitzdach auf dem Turm, sondern scheint dort gänzlich flach zu sein. Auch von innen ist die 1808 eingeweihte Kathedrale sehr schön anzusehen. Die Wände, Säulen und Dachgewölbe sind hell und farblich gehalten. Wir machen einen kleinen Rundgang und einige Fotos.


Die Cathedral of Saint Mary and Saint Anne

Ein Blick ins innere der Kathedrale

Nun geht es wieder bergab Richtung Kanal und den Einkaufsstraßen von Cork. Erstmal holen wir mein Handy vom Reparaturladen ab und ich bin froh, dass es wieder einwandfrei funktioniert. Dann schlendern wir ein wenig von einem Geschäft zum anderen und Lassen uns für eine Weile in einem gemütlichen Café nieder. Hier gibt es für uns heiße Schokolade, Mouse oder Teramisu. Nachdem wir die Einkaufsmeilen durchquert haben, gelangen wir zum Elizabeth Fort. Dies besteht eigentlich nur noch aus Mauern, die ein paar Wohnhäuser umschließen. Das Fort wurde über die vielen Jahre erst als Verteidigungsanlage, dann auch als Gefängnis und als Polizeirevier genutzt. Heute ist es nur noch ein Rundgang mit ein paar Schautafeln und Skulpturen. Von hier aus sehen wir unser letztes Ziel, bevor wir uns zurück zum B&B und auf die Weiterfahrt machen. Vor uns erhebt sich die Saint Fin Barre's Cathedral. 
Ein zur Zeit geschlossener Fachwerkbau in der Stadt


Zwei Figuren im Elizabeth Fort

Der Bau dieser Kathedrale begann 1863 und war das erste Hauptwerk des Viktorianischen Architekten William Burges. Besonders sind hier die Kirchenfenster. Jedes besteht komplett aus bunten Glas Mosaiken. Davon erzählen die Bilder in den unterschiedlichen Teilen des Gebäudes verschiedene Geschichten. So kann man an den Seitenfenstern das alte Testament nachvollziehen und in den Fenstern, die im Bogen am ende des Kirchenschiffs liegen, sind Auszüge aus dem neuen Testament zu finden. Außerdem befindet sich in der Kirche eine riesige Orgel mit 3012 Pfeifen, viele Gedenktafeln, die in die Wände eingelassen sind und einige andere schmuckvolle Heiligtümer. Die Schönheit der Saint Fin Barre's Cathedral lässt sich kaum auf Fotos festhalten. Wer jemals die Gelegenheit hat, Cork zu besuchen, sollte einen Blick in dieses Bauwerk auf keinen Fall auslassen.

Die Saint Fin Barre's Cathedral

Der Eingang der Kathedrale

Nun begeben wir uns zurück zu unserem Leihauto und es geht weiter Richtung Killarney zu unserem nächsten B&B in dem wir die folgenden drei Nächte bleiben werden. Wir machen auf der Fahrt noch einen Zwischenstopp bei einem netten Imbiss und erreichen am frühen Abend das Reek's View B&B, welches uns schon beim einchecken sehr gut gefällt und sehr komfortabel zu sein scheint.


Auch in Cork gibt es viele der für ehemalige Industriestädte
typischen aufgereihten Häuschen

Mittwoch, 22. Juli 2015

Tag 4 - In den Gemäuern

Etappe 3

Heute sollte es, nach unserem ersten echten irischen Frühstück mit Spiegelei und sehr viel Fleisch, direkt weiter nach Rock of Cashel gehen. Doch unsere Bed and Breakfast-Mutti hat noch einen Geheimtipp für uns. Wir sollten uns doch das Wicklow Gaol ansehen. Nach dem Blick auf das Prospekt entscheiden wir uns schnell diesen Abstecher zu machen. Wicklow liegt eh auf dem Weg und dort waren wir gestern ja schon.

Das 1702 erbaute Wicklow Gaol war einst ein Gefängnis für Verbrechen aller Art. Hier wurden in kleinen Zellen Männer, Frauen und Kinder zusammengepfercht und auf verschiedenste Arten bestraft. Wer mehrere Stunden auf der Tretmühle verbringen musste war noch am besten dran. Die Wärter waren korrupt die Henker brutal. Erst nach mehreren Reformen zum Ende des 18. Jahrhunderts, besserten sich die Zustände. Billy Byrne, Führer der irischen Rebellion wurde hier 1799 hingerichtet. Später wurden dann immer mehr Gefangene aus Irland und England per Schiff nach Australien übergesetzt um dort ihre Strafen in den Strafkolonien abzuarbeiten. 1924 wurde das Gaol dann endgültig geschlossen.
Die Anlage ist seit einigen Jahren als Museum in Betrieb. Mit einem guten Schausteller als Führer, vielen Schautafeln, eingespielten Monologen, gut restaurierten Zellen und sehr schön inszenierten Hologrammen der "Geister" des Gaol, kann hier jeder, der des Englischen mächtig ist, das Leben und Leiden der Gefangenen gut nachvollziehen.
Das Wicklow Gaol wurde übrigens von der US Sci Fi Channel's show - Ghost Hunter's zum "most haunted" also dem am meisten von Spuk heimgesuchten Gebäude Irlands klassifiziert. Viele Gruppen welche sich mit paranormalen Phänomenen beschäftigen bestätigen hier Aktivitäten von Geistern und auch Besucher sollen das ein oder andere schaurige Erlebnis gehabt haben.

Der Eingang zum Wicklow Gaol

Ein Blick auf die Hofseite des Gefängnisses

William Peters musste sage und schreibe
SIEBEN mal gehängt werden, bis er wirklich starb
.

Ein Blick von oben in den Zellentrakt


Danach geht es mit etwa zweistündiger Fahrt weiter nach Rock of Cashel. Cashel war schon seit dem 4. Jahrhundert Sitz der Könige von Munster. 1127 lies Cormac Mac Carthaigh als erster Erzbischof von Cashel die Cormac's Chapel im irisch-romanischen Stil auf dem 65 Meter hohen Rock of Cashel erbauen. Diese war in Irland erste ihrer Art und ist neben dem Rundturm das älteste Gebäude der Anlage. Im 13. Jahrhundert entstand dann die große gotische Kathedrale, welche heute nur noch als Ruine vorzufinden ist. Im 15. Jahrhundert wurde die Bischofsburg erbaut, welche heute voll restauriert ist und als Eingang zum gesamten Komplex dient. In einer ca. 45 Minuten langen Führung werden wir über die gesamte Geschichte des Rock of Cashel informiert und erfahren noch das ein oder andere über die verschiedenen Bauweisen, wie sie auch bei vielen anderen Bauwerken dieser Art wiederzufinden sind. Nach einem kurzen Stopp im Souvenirshop begeben wir uns auf die weitere Fahrt nach Cork.

Ein Blick von unten zum Rock of Cashel
(Die Kapelle ist in Gerüst verhüllt, da sie zur Zeit trocken gelegt wird)


Die Überreste der Kathedrale

Das ist Irland!

Hier sieht man den Friedhof und den Rundturm
an den Ruinen der Kathedrale


Wir erreichen das Number Forty Eight B&B (ja, das schreibt sich so) in Cork. Eric und ich beschließen noch schnell vor Ladenschluss einen Mobile Repair Shop aufzusuchen, in dem man mein Handy wieder auf Vordermann bringen soll. Wir werden glücklicherweise schnell fündig und man verspricht mir, das Gerät bis morgen 12 o'clock repariert zu haben. Danach begeben wir uns kurz zurück zum B&B um Gina abzuholen und dann geht es schnell noch einen Pub zu suchen. Nach einigem hin und her werden wir fündig und genießen unser Abendessen in einem rustikalen Laden voller Musikinstrumente und Bilder vom Musikern die hier wohl alle schon einmal gespielt haben sollen. Jetzt geht es zurück zum Forty Eight und morgen erkunden wir Cork dann ein bisschen genauer.

The Oliver Plunkett
Der Pub in dem wir gegessen haben
und der sieben Tage die Woche Livemusik spielt!

Dienstag, 21. Juli 2015

Tag 3 - In vier Etappen

Etappe 2

Heute beginnt erst unsere richtige Reise durch Irland. Nachdem wir gefrühstückt und aus dem Sheldon Park Hotel ausgecheckt haben, werden wir von einem Herren im Anzug abgeholt und zu Enterprise Rent a Car gebracht. Hier sollen wir unseren Leihwagen für die nächsten 8 Tage bekommen. Dies dauert dann wegen einer ganze Menge Papierkram und einem Missverständnis mit der vorher getätigten Buchung etwas länger als gehofft. Dann aber bekommen wir unser Auto, einen Opel Insignia. Wir haben genug Platz eine Klimaanlage und einiges andere an Schnickschnack. Und natürlich ein Lenkrad auf der rechten Seite. Es dauert einen Moment bis sich Eric in den Linksverkehr eingewöhnt hat, aber dann klappt es doch ganz gut. Wir stellen jedoch fest, dass die Iren ihre Straßen gern in Schlangenlinien bergauf und bergab treiben und diese dermaßen schmal sind, dass wir mehr als einmal nur knapp an unserem Gegenverkehr vorbei fahren. Die Anwohner selbst, sind jedoch recht fix auf diesen Wegen unterwegs und wir hoffen auf ihre Erfahrung während wir uns langsam an die engen Strecken gewöhnen.

Unser erstes Ziel heute ist Bray. Der Besuch dort ist eher eine spontane Entscheidung, denn bei unseren Fehlversuchen ein paar Geocaches in Dublin zu finden, trafen wir ein Ehepaar, die dort wie wir auf der Suche waren. Die beiden erzählten uns, dass sich in Bray der Geocache GC43 befindet, dieser ist der aller erste Geocache der offiziell in Europa gesetzt wurde. Europe's First wurde am 03.06.2000 von Chris O'Byrne platziert und hat somit schon stattliche 15 Jahre auf dem Buckel. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Nach ca. 45 Minuten erreichen wir den Parkplatz am Cliffwalk bei Bray. Der Cliffwalk ist ein Wanderweg, der sich an der Küste Irlands, ganz dicht an der Irish Sea zwischen Bray und Graystones zieht. Die Aussicht hier ist überwältigend schön. Man hat einen guten Blick auf die Küstenstadt Bray und über das Meer. Eine Eisenbahnlinie führt zwischen Wanderweg und Steilküste entlang und hin und wieder kommt sogar ein Zug vorbei. Da wir aber noch einiges vor haben, machen wir uns fix auf und loggen zuerst einen Cache, der zwischen unserem Parkplatz und unserem eigentlichen Ziel dem GC43 und wandern dann bis zu den Ruinen eines ehemaligen Zollpostens an dem wir schnell den Europe's First finden und uns dort verewigen. Nachdem wir nun noch ein paar Bilder gemacht haben, geht es die knapp 1000 Meter zurück zu unserem Opel und weiter nach Enniskerry.

Der Cliffwalk.
Rechts im Hintergrund liegt die Stadt Bray.

GC43 - Europe's First

Powerscourt Gardens bei Enniskerry wurde von National Geographic zum dritt schönsten Garten der Welt gewählt. Das Anwesen ist benannt nach dem normannischen Ritter Eustace le Poer. Die Anlage wurde im Jahre 1730 von Sir Richard Wingfield in Auftrag gegeben. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden weitere Ziergärten hinzugefügt. Auf dem 190.000 Quadratmeter großen Gelände am Powerscourt House befinden sich heute unter anderem ein japanischer und ein italienischer Garten, geziert von vielen Statuen von märchenhafter Gestalt, dem Tritonsee am Fuße der Freitreppe die zum Herrenhaus hinauf führt und ein von Kanonen umgebener Aussichtsturm namens "Pepper Pot Tower". Im Herrenhaus befinden sich ein Café und mehrere Geschäfte in denen man Dekoratives und Handwerkliches erstehen kann.

Ein Blick von der Freitreppe

Der Pepper Pot Tower

Der japanische Garten

Das Powerscourt House

Glendalough, hier ist mir nun leider mein Mobiltelefon entglitten, was jetzt ein gebrochenes Display zur Folge hat. Das Gerät hat erstmal gar kein Bild mehr und ich hoffe, dass ich diesen Defekt in den nächsten Tagen irgendwo beheben lassen kann. Solange werde ich auf Ginas Kamera umsteigen müssen.
Der kleine Ort Glendalough besteht nur aus einer Hand voll Häusern, die an den Überresten eines sehr alten Klosters grenzen. Hier stehen nur noch wenige der Feldsteingebäude die einst sicherlich eine stattliche Anlage bildeten. Das auffälligste Gebäude hier ist der Rundturm welcher wohl im Jahre 1066 während der Wikingerinvasionen errichtet wurde um die Heiligtümer des Klosters zu schützen. Umgeben ist dieser von einem Friedhof, wie man ihn aus Gruslefilmen kennt. Schiefe oder gekippte Riesengrabsteine und steinerne Kreuze bedecken das Feld. Das ganze bietet einen wirklich mystischen Anblick. Auch heute werden noch Leute in Glendalough beigesetzt.

Glendalough mit dem Rundturm im Hintergrund

Die Überreste einer Kapelle auf dem Friedhof

Der letzte Ort auf unserer heutigen Fahrt ist die Stadt Wicklow. Dies ist der Verwaltungssitz des gleichnamigen Countys, durch das wir uns schon den ganzen Tag bewegen. Wir kaufen uns für die nächsten Tage ein paar Getränke und Snacks bei einem Lidl Markt und sind erneut etwas überrascht diese Supermarktkette hier vorzufinden. Wicklow selbst bietet wie viele der kleineren Orte, die wir bisher durchquert haben, eine große Anzahl an kleinen Geschäften verschiedener Dienstleistungen und Waren wie sie bei uns immer seltener zu sehen sind. Wir spazieren ein wenig die Einkaufsstraßen entlang, doch als wir ein Handy-Reparaturgeschäft finden ist dieses leider schon geschlossen. Wir essen in einem Restaurant am Hafen und machen uns auf zu unserem Bed and Breakfast Stop dem Ashgrove B&B, das ein wenig außerhalb der Stadt liegt. Die Hausherrin empfängt uns freundlich, wir werden herumgeführt und dann zu unserer Abendruhe entlassen.

Montag, 20. Juli 2015

Tag 2 - Eine Hand voll Glück mehr

Unser erster Morgen in Irland bricht an. Die Nacht war recht kurz und wir sind noch ein wenig müde, aber das gute Frühstück im Sheldon's bringt uns recht schnell wieder auf Trab. Nach unserer Stärkung, machen wir uns mit der örtlichen Straßenbahn, die uns noch recht neu erscheint, was womöglich auch erklären könnte wieso sie nur zwei Linien hat, auf in die City.

Die Luas - Dublins Tram
Nachdem wir uns im Spar Markt (ja der Spar den wir in Deutschland haben), welcher hier an jeder Ecke eine Filiale zu haben scheint, mit ein paar Snacks eingedeckt haben, geht es direkt zum Trinity College.

Der Eingang des Trinity College

Das Trinity College Dublin wurde 1592 von Königin Elisabeth I. gegründet und zählt rund 16.000 Studenten. Neben vielen anderen bekannten Persönlichkeiten studierten hier auch Oscar Wild, Bram Stoker, Samuel Beckett und unter den Lehrkräften der Einrichtung befand sich beispielsweise der Physiker Erwin Schrödinger, welcher bei vielen für sein Gedankenexperiment mit besagter Schrödingers Katze, bekannt ist. 
Neben den gotischen Bauwerken der Universität haben wir hier die Möglichkeit das berühmte Book of Kells zu besichtigen, dieses Buch, welches wahrscheinlich aus dem 8. Jahrhundert stammt, gilt als überragendes Beispiel der Buchmalerei und wurde im Jahr 2011 zum Weltdokumentenerbe erklärt (leider waren Fotos hier nicht gestattet). Außerdem hat das Trinity den so genannten "Long Room" zu bieten. Der Long Room ist eine knapp 65 Meter lange Bibliothek deren Sammlung um die 4,5 Millionen Bände beherbergt und somit die größte Bibliothek des Landes ist. Im Long Room kann man etwa 200.000 Bücher in alten Bindungen bestaunen, abgerundet wird das Bild von Büsten einiger der klügsten Köpfe der vergangenen Jahrhunderte und der Ältesten Harfe Irlands.

Eines der schönen gotischen Bauwerke auf dem Campus

Ein Blick in den Mittelgang des "Long Room"

Und ein Seitenblick in die Abteilungen
der beeindruckenden Bibliothek

Die älteste erhaltene Harfe Irlands

Ein direkter Einblick in eine der Abteilungen
Als nächstes gönnen wir uns eine Stärkung in einem Pub, ganz unkompliziert mit hauseigenen Pommes und Burgern. Dann geht es weiter zur Guinness Brauerei von der wir jedoch leider auf Grund langer Wartezeiten unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Der Eingang der Guinnesbrauerei
Unseren nächsten Versuch wagen wir bei der Jameson Destille, doch auch dort sind die Wartezeiten zu den Führungen über eine Stunde lang. Wir entscheiden uns ein paar Souveniers im Shop zu kaufen und machen uns wieder auf den Weg, ohne Führung...

Der Eingang der Jameson Destille
Wir steigen in einen der "Hop on, Hop off" Busse und fahren mit der live vom Busfahrer kommentierten Dublin Docks Tour. Leider bin ich jedoch so müde, dass ich die halbe Tour verschlafe.
Bevor wir uns auf den Weg zurück zum Hotel machen, beschließen wir uns noch ein T-Shirt im Hard Rock Café Dublin zu kaufen. Für einen Drink sind wir auch hier leider nicht an der richtigen Stelle, da durch eine Veranstaltung der halbe Laden nicht geöffnet ist und auch hier die Leute schon mit 45 min geschätzter Wartezeit vertröstet werden. Nun ja, wir haben ja unsere Shirts.

Das Hard Rock Café Dublin

Noch einen Blick nach drinnen.
(Ja, das ist ein Trabant dort an der Decke)
Auch als wir beschließen, auf dem Weg zur Tram noch ein paar Geocaches zu sammeln, sind wir erfolglos. Scheinbar ist uns das Glück heute nicht hold. Wenigstens war das Wetter die meiste Zeit sehr gut. Den Abend lassen wir nun im Hotel ausklingen, denn morgen geht es schon recht früh mit dem Mietwagen auf die Piste.


Kurzes Fazit über die Stadt (für Interessierte):

Wie es scheint hat Dublin seinen Höhepunkt schon vor längerer Zeit gehabt. Goldene Schriftzüge, bröckelige Ornamente und verstaubte Buntglasfenster zeugen davon, dass die Stadt zu ihren Hochzeiten deutlich prunkvoller war. Viele Geschäfte, die sich nicht direkt im Stadtkern befinden, sind schon lange geschlossen und im Allgemeinen sieht man neuere Gebäude hier eher selten. In den meisten Teilen der Hauptstadt erblickt man die vielen ehemaligen Arbeiterhäuser, die sich wie ein Ei dem anderen gleichend aneinander reihen, nur selten sticht mal eines durch frische Sanierung hervor. Ich finde Dublin jedoch keines Wegs hässlich, die Stadt hat einen eigentümlich rustikalen Charme, der mir durchaus gefällt. Dennoch könnte man einiges mehr aus der Hauptstadt Irlands machen. Es scheint wohl, als hätte die Stadt das Geld entweder nicht übrig oder lieber anderweitig investiert, was ja nicht unbedingt schlechter sein muss. Die Menschen hier machen auf mich jedenfalls den Eindruck, sich in ihrer Landeshauptstadt wohl zu fühlen, was wohl die Hauptsache ist.

Tag 1 - Und Abflug

Die erste Etappe



Nachdem nun endlich alle Sachen beisammen sind, gibt es noch ein Essen mit meinen WG Freunden und meiner Familie. Gut gestärkt geht es dann per S-Bahn los nach Flughafen Schönefeld.


Endlich geht sie los, die Irlandreise! Wenn auch mit einiger Verzögerung... aber so ist das nun mal manchmal wenn man fliegen will, hab ich mir jedenfalls sagen lassen. Unser ursprünglich geplanter Abflug um 22:05 Uhr verschiebt sich also auf 22:30 Uhr. Naja.


Flughafen Schönefeld


Und dann beginnt unser erster richtiger Flug. Der Anstieg fühlt sich ein wenig wie bei einer Achterbahn an, wie wenn man nach oben gezogen wird, nur deutlich schneller. Als wir unsere Flughöhe erreichen, eröffnet sich uns ein Ausblick über Berlin bei Nacht und andere Städte folgen bald. Der Anblick wirkt auf mich so unwirklich, als würde ich nur über eine Modelleisenbahn hinweg schauen. Bin ich wirklich mehrere tausend Meter in der Luft?

Der restliche Flug verläuft recht unspektakulär. Was soll man auch erwarten? Eric und ich testen die Snacks, die uns die Fluggesellschaft anbietet, nichts besonderes, nur ein Käse-Schinken-Toast. Einmal gibt es ganz kurz ein Rütteln im Flugzeug, aber alle bleiben ruhig und das war dann auch die einzige Action. Nach 2:15h Flug erreichen wir dann Dublin gegen 1:25 Uhr Greenwich-Main-Time. Die Landung erinnert dann wieder an eine Achterbahn nur mit leichtem Aufprall.



Unser Flugzeug von AirLingus 



Ein Blick auf eine große Stadt bei Nacht

Am Eingang des Terminals erwartet uns schon unser Fahrer, natürlich, wir sind ja auch später dran als geplant. Kaum haben wir all unsere Taschen in sein Auto geladen, beginnt es auch schon das erste Mal zu regnen. Wir fahren im Linksverkehr in die Stadt hinein und stellen schnell fest, dass die Iren wohl viel Wehrt auf ihre gälische Sprache das Gaeilge legen, da hier jedes Straßenschild zweisprachig ist, also Englisch und Gaeilge. Die Irische Hauptstadt Dublin heißt in der Landessprache übrigens Baile Átha Cliath und ist mit ihren rund 525.000 Einwohnern die größte Stadt des Landes. Unser Fahrer ist unheimlich freundlich und auf der Fahrt zum Hotel gibt er uns immer wieder Informationen über Bauwerke die wir passieren oder über die Zustände in der Stadt im allgemeinen. Zum Beispiel wird das Tram-Netz gerade stark für den Tourismus erweitert und wir sollen keine Sorge haben Nachts durch die Stadt zu gehen, denn Dublin wäre eine sehr sehr sichere Stadt.

Nach etwa 25 Minuten erreichen wir das Sheldon Park Hotel. Das Sheldon's ist ein sehr sehr klassisch gehaltenes Hotel. Das Foyer ist reichlich imposant mit Teppichen und geschwungenen Treppen, alles ist mit Holz getäfelt und die Möbel wirken wie aus einem vorherigen Jahrhundert. Auch die Zimmer sind mit eleganten Möbeln Bestückt. In den Bädern gibt es keine Mischbatterien an den Waschbecken, sondern je einen Wasserhahn für Kalt- und für Warmwasser. Eine Dusche haben wir auch nicht, statt dessen nur die Möglichkeit zu baden. Doch im großen und ganzen gefällt es uns hier sehr. Nun heißt es erstmal schlafen, denn bis zum Frühstück um 9 Uhr sind es mittlerweile nur noch knapp 6,5 Stunden.


Ein Blick in unser Zimmer 

Das klassische Bad