Montag, 27. Juli 2015

Tag 9 - Von Castle zu Castle

Etappe 6
Wir verlassen Coatesland House B&B und machen uns auf nach Limerick. Es ist bewölkt, windig und es nieselt. Limerick ist mit knapp 56.800 Einwohnern die dritt größte Stadt Irlands. Etwa im Jahre 812 entstand die Stadt als Wikingersiedlung und war über die Jahrhunderte wichtiger Dreh- und Angelpunkt in der Geschichte des Landes. Heute befindet sich die Stadt quasi in einer Rehabilitationsphase, da Limerick in den letzten Jahrzehnten mit hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen hatte. Auch war sie wegen Drogenschmuggel in den Schlagzeilen und wurde dann auch noch 2014 von einer Überschwemmung stark getroffen. Erst seit kurzem investiert das Land, um die Stadt wieder attraktiv für Touristen und Firmen zu machen.


Ein Graffito in Limerick

Vor zwei Jahren am 29. November 2013 eröffnete das nagelneue Museum im ehemaligen King John's Castle. Mit Schautafeln, Videos, Modellen und liebevoll gemachten interaktiven Darstellungen von ehemaligen Bewohnern des Schlosses, wird hier die Geschichte von der Entstehung Limericks, über die Entwicklung der Stadt, bis zur Belagerung 1642 und dem Fall der Burg gezeigt und nachempfunden. Auch in die noch vorhandenen Türme und Mauern kann man steigen und einen weiten Blick über die Stadt erhaschen. Das Museum ist definitiv einen Besuch wert für jeden, den seine Reise durch Limerick treibt. (King John ist übrigens der John, dem Prinz John aus der Robin Hood sage nachempfunden ist. Er erwarb den Titel des Königs, nachdem sein Bruder Richard Löwenherz auf Kreuzzug ging und lange nicht zurückkehrte.)
Doch unsere Zeit ist knapp und das Wetter schlecht, darum schließen wir unseren Besuch in der Stadt ab, nachdem wir das Schloss gründlich erforscht haben. 


Der Innenhof von King John's Castle
Die Überreste der Grant Hall

Ein Blick von der Mauer

Auf unserem Rückweg nach Dublin, machen wir noch einen letzten Halt in Birr. Das Birr Castle ist noch heute von den Nachkommen der damaligen Herrscher bewohnt. Das Schloss selbst kann zwar nicht von innen besichtigt werden, jedoch findet sich in den Gebäuden am Eingang des Geländes eine Technologieausstellung, in der sich die Entdeckungen und Forschungen der Earls of Rosse, welche Herren dieses Schlosses waren, bestaunen lassen. Die Adelsfamilie war über Generationen mit der Forschung in Astronomie, Geologie, Botanik und mit Fotografie beschäftigt. Besonders sehenswert ist das, in den frei zugänglichen Gärten des Schlosses, liegende Leviathan Teleskop. Mit dem 1841-46 erbauten und seiner Zeit, mit 72 Zoll Linsendurchmesser und 17 Metern Länge, größten Teleskop der Welt, entdeckte sein Erbauer William Parsons, 3. Earl von Rosse, dass die Galaxien die Form einer Spirale bilden, was durch die geringe Schärfe und Vergrößerung vorheriger Modelle nicht zu erkennen war. Das Teleskop wurde 1997 voll restauriert und ist jetzt für Besucher zu bestaunen.
Birr Castle bietet außerdem verschiedenste Gärten in seinem großen Schlosspark, welche zum Spazieren und Gedanken schweifen lassen einladen.

Der Eingangshof von Birr Castle
Das noch bewohnte Birr Castle
Das Leviathan Teleskop
Ein Blick von vorn auf das Teleskop

Ein Wasserfall mit Brücke im Schlosspark

Heckenschnitte im Millennium Garden

Ein außergewöhnlicher Spielplatz

Langsam machen wir uns nun auf zum Sheldon's Park Hotel, indem wir unsere erste wie nun auch letzte Nacht in Irland verbringen. Morgen haben wir noch ein paar Ziele in der Dubliner Innenstadt, bevor es am Abend zurück nach Deutschland geht. 

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