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| Etappe 3 |
Heute sollte es, nach unserem ersten echten irischen Frühstück mit Spiegelei und sehr viel Fleisch, direkt weiter nach Rock of Cashel gehen. Doch unsere Bed and Breakfast-Mutti hat noch einen Geheimtipp für uns. Wir sollten uns doch das Wicklow Gaol ansehen. Nach dem Blick auf das Prospekt entscheiden wir uns schnell diesen Abstecher zu machen. Wicklow liegt eh auf dem Weg und dort waren wir gestern ja schon.
Das 1702 erbaute Wicklow Gaol war einst ein Gefängnis für Verbrechen aller Art. Hier wurden in kleinen Zellen Männer, Frauen und Kinder zusammengepfercht und auf verschiedenste Arten bestraft. Wer mehrere Stunden auf der Tretmühle verbringen musste war noch am besten dran. Die Wärter waren korrupt die Henker brutal. Erst nach mehreren Reformen zum Ende des 18. Jahrhunderts, besserten sich die Zustände. Billy Byrne, Führer der irischen Rebellion wurde hier 1799 hingerichtet. Später wurden dann immer mehr Gefangene aus Irland und England per Schiff nach Australien übergesetzt um dort ihre Strafen in den Strafkolonien abzuarbeiten. 1924 wurde das Gaol dann endgültig geschlossen.
Die Anlage ist seit einigen Jahren als Museum in Betrieb. Mit einem guten Schausteller als Führer, vielen Schautafeln, eingespielten Monologen, gut restaurierten Zellen und sehr schön inszenierten Hologrammen der "Geister" des Gaol, kann hier jeder, der des Englischen mächtig ist, das Leben und Leiden der Gefangenen gut nachvollziehen.
Das Wicklow Gaol wurde übrigens von der US Sci Fi Channel's show - Ghost Hunter's zum "most haunted" also dem am meisten von Spuk heimgesuchten Gebäude Irlands klassifiziert. Viele Gruppen welche sich mit paranormalen Phänomenen beschäftigen bestätigen hier Aktivitäten von Geistern und auch Besucher sollen das ein oder andere schaurige Erlebnis gehabt haben.
| Der Eingang zum Wicklow Gaol |
| Ein Blick auf die Hofseite des Gefängnisses |
| William Peters musste sage und schreibe SIEBEN mal gehängt werden, bis er wirklich starb. |
| Ein Blick von oben in den Zellentrakt |
Danach geht es mit etwa zweistündiger Fahrt weiter nach Rock of Cashel. Cashel war schon seit dem 4. Jahrhundert Sitz der Könige von Munster. 1127 lies Cormac Mac Carthaigh als erster Erzbischof von Cashel die Cormac's Chapel im irisch-romanischen Stil auf dem 65 Meter hohen Rock of Cashel erbauen. Diese war in Irland erste ihrer Art und ist neben dem Rundturm das älteste Gebäude der Anlage. Im 13. Jahrhundert entstand dann die große gotische Kathedrale, welche heute nur noch als Ruine vorzufinden ist. Im 15. Jahrhundert wurde die Bischofsburg erbaut, welche heute voll restauriert ist und als Eingang zum gesamten Komplex dient. In einer ca. 45 Minuten langen Führung werden wir über die gesamte Geschichte des Rock of Cashel informiert und erfahren noch das ein oder andere über die verschiedenen Bauweisen, wie sie auch bei vielen anderen Bauwerken dieser Art wiederzufinden sind. Nach einem kurzen Stopp im Souvenirshop begeben wir uns auf die weitere Fahrt nach Cork.
| Ein Blick von unten zum Rock of Cashel (Die Kapelle ist in Gerüst verhüllt, da sie zur Zeit trocken gelegt wird) |
| Die Überreste der Kathedrale |
| Das ist Irland! |
| Hier sieht man den Friedhof und den Rundturm an den Ruinen der Kathedrale |
Wir erreichen das Number Forty Eight B&B (ja, das schreibt sich so) in Cork. Eric und ich beschließen noch schnell vor Ladenschluss einen Mobile Repair Shop aufzusuchen, in dem man mein Handy wieder auf Vordermann bringen soll. Wir werden glücklicherweise schnell fündig und man verspricht mir, das Gerät bis morgen 12 o'clock repariert zu haben. Danach begeben wir uns kurz zurück zum B&B um Gina abzuholen und dann geht es schnell noch einen Pub zu suchen. Nach einigem hin und her werden wir fündig und genießen unser Abendessen in einem rustikalen Laden voller Musikinstrumente und Bilder vom Musikern die hier wohl alle schon einmal gespielt haben sollen. Jetzt geht es zurück zum Forty Eight und morgen erkunden wir Cork dann ein bisschen genauer.
| The Oliver Plunkett Der Pub in dem wir gegessen haben und der sieben Tage die Woche Livemusik spielt! |

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