Donnerstag, 23. Juli 2015

Tag 5 - Die Stadt der Kirchen und Kathedralen

Etappe 4
Bevor es heute am späten Nachmittag Richtung Killarney weiter geht, nehmen wir die (laut Einwohnern) wahre Hauptstadt Irlands Cork genauer unter die Lupe. Wir frühstücken ordentlich, packen unsere Sachen zusammen und machen uns auf in die Innenstadt. Die etwa im 6. Jahrhundert durch den Heiligen Finbarr gegründete Stadt Cork, ist mit ca. 120.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Republik Irland.
Als erstes wollen wir die Trinty Church besichtigen, eine Kirche die uns schon am Vortag im vorbeigehen aufgefallen ist. Wir treffen gerade ein, als der zuständige Pfarrer das Gebäude aufschließt. Er führt uns durch einen Nebeneingang und wir kommen von der Altarseite in die Kirche. Das Gebäude ist, wenn ich mich nicht irre, wie viele der Kirchen in Irland im gotischen Stil gehalten und bietet eine interessante Deckenkonstruktion. Vor der Trinity Church befindet sich ein kleines, zur Zeit scheinbar unbewohntes, Haus im selben Baustil, welches für die Kirchenpfleger gedacht ist. Nachdem wir uns eine Weile umgesehen haben, geht es weiter den Hügel hinauf.


Die Trinity Church

Ein Blick auf die Orgel und die Deckenbalken der Kirche

Wir kommen zum Buttermuseum von Cork. Hier schauen wir uns einen Kurzen Film über die Entwicklung und die große Bedeutung der Butterindustrie von Irland an. Hauptsächlich ist hier der Aufstieg der Marke Kerrygold zu verfolgen und wie diese in kurzer Zeit ganz Europa eroberte. Der erfolgreichste Markt für die Marke ist übrigens wohl Deutschland gewesen. Nachdem wir uns dann in dem kleinen Museum umgeschaut haben, folgt eine Livevorführung mit großer Publikumsbeteiligung, in der ein sympathischer älterer Herr die Butterherstellung auf altmodische weise zeigt. Das ganze ist unterhaltsamer als man zuerst denken mag, nicht zuletzt durch die vielen irischen Volksweisheiten, die der Mann zum Besten gibt.


Der Buttermacher

Ein Stück die Straße hinauf liegt die Saint. Anne's Church. Diese hebt sich deutlich, durch ihren eigentümlichen Turm, den Shandon Bells Tower, vom Stile der anderen Kirchen der Stadt ab. Von innen ist sie jedoch weniger spektakulär anzusehen.


Die Saint Anne's Church
mit dem Shandon Bells Tower

Nicht weit von der Saint Anne's sehen wir aber noch einen großen Turm über die Häuser ragen. Wir schlängeln uns durch zwei kurze Gassen und stehen vor einer großen Kathedrale. Dies ist die Cathedral of Saint Mary and Saint Anne. Die Kirche ist im Gegensatz zu den meisten anderen hier nicht in grauem Stein gehalten, sondern hat eine rote Fassade und auch nicht wie hier weit verbreitet ein Spitzdach auf dem Turm, sondern scheint dort gänzlich flach zu sein. Auch von innen ist die 1808 eingeweihte Kathedrale sehr schön anzusehen. Die Wände, Säulen und Dachgewölbe sind hell und farblich gehalten. Wir machen einen kleinen Rundgang und einige Fotos.


Die Cathedral of Saint Mary and Saint Anne

Ein Blick ins innere der Kathedrale

Nun geht es wieder bergab Richtung Kanal und den Einkaufsstraßen von Cork. Erstmal holen wir mein Handy vom Reparaturladen ab und ich bin froh, dass es wieder einwandfrei funktioniert. Dann schlendern wir ein wenig von einem Geschäft zum anderen und Lassen uns für eine Weile in einem gemütlichen Café nieder. Hier gibt es für uns heiße Schokolade, Mouse oder Teramisu. Nachdem wir die Einkaufsmeilen durchquert haben, gelangen wir zum Elizabeth Fort. Dies besteht eigentlich nur noch aus Mauern, die ein paar Wohnhäuser umschließen. Das Fort wurde über die vielen Jahre erst als Verteidigungsanlage, dann auch als Gefängnis und als Polizeirevier genutzt. Heute ist es nur noch ein Rundgang mit ein paar Schautafeln und Skulpturen. Von hier aus sehen wir unser letztes Ziel, bevor wir uns zurück zum B&B und auf die Weiterfahrt machen. Vor uns erhebt sich die Saint Fin Barre's Cathedral. 
Ein zur Zeit geschlossener Fachwerkbau in der Stadt


Zwei Figuren im Elizabeth Fort

Der Bau dieser Kathedrale begann 1863 und war das erste Hauptwerk des Viktorianischen Architekten William Burges. Besonders sind hier die Kirchenfenster. Jedes besteht komplett aus bunten Glas Mosaiken. Davon erzählen die Bilder in den unterschiedlichen Teilen des Gebäudes verschiedene Geschichten. So kann man an den Seitenfenstern das alte Testament nachvollziehen und in den Fenstern, die im Bogen am ende des Kirchenschiffs liegen, sind Auszüge aus dem neuen Testament zu finden. Außerdem befindet sich in der Kirche eine riesige Orgel mit 3012 Pfeifen, viele Gedenktafeln, die in die Wände eingelassen sind und einige andere schmuckvolle Heiligtümer. Die Schönheit der Saint Fin Barre's Cathedral lässt sich kaum auf Fotos festhalten. Wer jemals die Gelegenheit hat, Cork zu besuchen, sollte einen Blick in dieses Bauwerk auf keinen Fall auslassen.

Die Saint Fin Barre's Cathedral

Der Eingang der Kathedrale

Nun begeben wir uns zurück zu unserem Leihauto und es geht weiter Richtung Killarney zu unserem nächsten B&B in dem wir die folgenden drei Nächte bleiben werden. Wir machen auf der Fahrt noch einen Zwischenstopp bei einem netten Imbiss und erreichen am frühen Abend das Reek's View B&B, welches uns schon beim einchecken sehr gut gefällt und sehr komfortabel zu sein scheint.


Auch in Cork gibt es viele der für ehemalige Industriestädte
typischen aufgereihten Häuschen

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